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XSCREEN – Kölner Studio für den unabhängigen Film


Vietnam-Protest Dezember 1967, Autor Paul Schallück (li.)

Hansherbert Wirtz

Die späten sechziger Jahre waren auch in Köln von politischen und gesellschaftlichen Veränderungen und Unruhen, von Diskussionen und Demonstrationen geprägt.

1966 protestierten tausende Schüler und Studenten mehrere Tage lang gegen Fahrpreiserhöhungen der KVB. Es war die erste Protestkundgebung diesen Ausmaßes in der Stadt nach dem Krieg.

Demonstrationen gegen die Notstandsgesetzgebung und den Vietnamkrieg folgten. Der Tod des Studenten Benno Ohnesorg in Berlin im Juni 1967 führte überall in der Bundesrepublik zu Schweigemärschen und Protesten gegen die Hetze der Springerpresse, so auch in Köln.
Und mit Fluxus und Neuer Musik geriet auch die Kunst- und Kulturszene im Rheinland in Bewegung.

Eine der kreativsten Initiativen in diesen Jahren war „XSCREEN – Kölner Studio für den unabhängigen Film“, gegründet im Frühjahr 1968 in Köln. Filmemacher und Filmkritiker organisierten Filmvorführungen mit Undergroundfilmen, die bis dahin noch nie in deutschen Kinos gelaufen waren. Filmische Experimente, Expanded-Cinema-Aktionen und Produktionen des New American Cinema kamen so in Kölner Kinos und führten zu teilweise heftigen Auseinandersetzungen über Kunst und die Freiheit von Kunst.


Die legendäre XSCREEN-Veranstaltung in der U-Bahn-Baustelle am Neumarkt

B. Wiersch

In den folgenden Kapiteln (siehe rechte Spalte) bieten wir einen Einblick in die damalige Situation, informieren über die Anfänge der XSCREEN-Aktivitäten in Köln und die Programmarbeit der Gruppe. Protagonisten von XSCREEN erinnern sich und wir stellen den Skandal im Oktober 1968 dar, mit dem Kölns Polizei und die Aktionen von XSCREEN bundesweit bekannt wurden.
In Ausschnitten zu sehen: „Rohfilm“  und "Grün" von Wilhelm und Birgit Hein und „Polly“ von Rolf Wiest.