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Manuskript zur Hörfunksendung über die Kölner Wochenschau (Auszüge)

Kölner Kinopublikum zur Vorführung der „Kölner Wochenschau“ im Savoy:

"Zuschauer 1: Ja, ich fand das gut. Ich bin jetzt noch ein bisschen verpennt von dem Film, aber ich fand das gut, muß man öfter machen, so im Kino.
Zuschauer 2: Sehr gut, gefällt mir sehr gut, sollte man fortsetzen.
Zuschauer 3: Kann man nicht bringen vor einer Kinovorstellung.
Zuschauer 4: Also die Einrichtung fand ich ganz gut, ich glaub, dass das ne Methode ist, wo man auf jeden Fall mal Leute anspricht, an die man sonst nicht rankommt mit solchen Sachen.
Zuschauer 5: Ich war erst mal ganz schockiert, dass im Kino so Fernsehapparate angebracht waren. Ansonsten lief das an mir vorbei.
Zuschauer 6: Ich find das sehr gut, dass solche Sachen, die über das herkömmliche Nachrichtensystem hinausgehen, kommen. So etwas wird ja nie gebracht."

Kinobesitzer Rolf Wiest zur „Kölner Wochenschau“ im „Savoy“:

"Wir haben es ja nun nicht mit sehr viel Publicity gestartet, sondern mehr als stillen Testversuch. Die Reaktionen, soweit ich das beurteilen kann, größtenteils hab ich den Eindruck, dass die Leute recht angetan sind. Zum Teil sind auch ganz originelle Reaktionen. Als die Wochenschau lief, auf den vier Bildschirmen, da kommt dann nach fünf Minuten ein Mädchen raus und fragt: Sie wollte eigentlich „Harold und Maude“ sehen, ob denn der auch auf dem kleinen Bildschirm liefe. Worauf dann das Mädchen an der Kasse sie tröstete: Nein, nein, der läuft schon auf der großen Leinwand.
Ich war heute abend in der Vorstellung, weil zwei Kollegen da waren, die auch Kinos machen in München und Berlin, die wollten sich das mal angucken. Der Kollege aus München sagt: Das ist ja wirklich unheimlich brisant, technisch zwar nicht toll aufgenommen, aber das hat was mit der Wirklichkeit zu tun, sagt er. Danach kommt Kino, aber vorher ist irgendwas, was in dieser Stadt passiert und was die Leute berührt… Und das ist eben eine Möglichkeit zu den Informationen, die man schon hat, eine weitere hinzuzukriegen. Und der aus Berlin sagte: Mensch, in Berlin, das mach ich nächste Woche auch."

Quelle der beiden Texte: Manuskript zur Hörfunksendung „Die Wochenschau ist tot, es lebe die Wochenschau“ von Axel Engstfeld und Gisela Keuerleber, für die "Radiothek" des WDR, 1978