Köln im Film
Aktivitäten
Kölner Filmgeschichte
Presse

Die ersten Nachkriegs-Kinos in Köln

Am 9. März 1945 nahm die US-amerikanische Militärregierung, die für den Stadt- und Regierungsbezirk Köln zuständig war, ihre Arbeit auf. Noch am gleichen Tag erteilte sie dem Kölner Friedrich Hengst den Auftrag, eine Bestandsaufnahme über den Zustand der Kinos in der zerstörten Stadt zu geben. Hengst, der vor dem Krieg ein Geschäft für Radio- und Filmtechnik in der Hahnenstraße besaß, sollte „alle Vorführmaschinen, technischen Filme und sonstigen Einrichtungsgegenstände von erlassenen, aufgebrochenen oder ausgebombten Kinos sichern.“


Das Merli-Kino in Köln Merheim (noch 1938/39)

Fotowerkstätte Hugo Schmölz/ Archiv Wim Cox

Er listete im Mai 1945 noch sieben funktionsfähige Kinos in Köln auf, die sich alle in den Vororten befanden. Den Krieg überstanden hatten: Dellbrücker-Lichtspiele, Dünnwalder-Lichtspiele, Merli (Merheim), Deli (Brück), Neues Theater (Mülheim), Astoria (Bickendorf) und U.T. Union Theater (Nippes).
Bereits im Oktober 1946 zählte Köln 419.630 Kinobesucher und im Dezember desselben Jahres war die Zahl der Kinos bereits auf 14 gestiegen. Die Lichtspiele im Millowitsch Theater wurden als erstes Innenstadt-Kino  im Januar 1947 wiedereröffnet. Ende 1949 gab es schon wieder 51 Kinos in den Vororten und in der Innenstadt. (Mehr zur Kölner Kinogeschichte)

Die Kölner Stadtverwaltung überlegte im Jahre 1946, auch ein kommunales Kino oder zumindest eine „Kulturfilmstätte“ einzurichten, um „stadtwichtige und stadteigene Film-Dokumente“ herstellen zu lassen. Diese Idee wurde allerdings nicht verwirklicht. Der Düsseldorfer Unterausschuss für das Filmwesen im Kultusministerium hatte kommunale Kinos in NRW  abgelehnt – auch unter dem Druck der freien Filmwirtschaft, die eine starke Konkurrenz durch die kommunalen Kinos befürchtete.