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Kinos in Köln zu Beginn des 21. Jahrhunderts


Capitol, Anfang der neunziger Jahre

Manfred Wegener

Mit dem Cinedom besaß Köln ab 1991 eines der größten Multiplex-Kinos in Deutschland. Daneben existierten weiterhin die Kinos „am Ring“ sowie zahlreiche Programmkinos.
Im weiteren Verlauf der neunziger und frühen 2000er Jahre aber scheinen Kinoschließungen zunehmend das Kennzeichen der Kölner Kinolandschaft zu werden:
1993 drohte der renommierten Lupe 2 am Mauritiussteinweg die Schließung. Der Göttinger Filmverleih Kircher betrieb sie dann noch bis 2005 weiter. Seitdem steht das Gebäude leer (der Eingang ist noch in dem Film "Das weiße Rauschen" zu sehen. 1995 später machte das Capitol am Ring dicht, ebenso das Theater am Rudolfplatz und 2001 musste das Broadway-Kino auf der Ehrenstraße nach 19 Jahren erfolgreicher Programm-Kino-Arbeit den überteuerten Immobilienpreisen auf der Ehrenstraße weichen. Es ließ sich keine Einigung über den Mietpreis erzielen. Eine Textilkette konnte die geforderte Summe dann leichter zahlen.

Auf und zu

Ein Schließen und (Wieder-)Öffnen auch in der Off-Kino-Landschaft:1996 schloss das Stadtgarten-Kino, das die letzten Jahre ausschließlich vom Stadtgarten (Initiative Kölner Jazzhaus e.V.) betrieben worden war. Mit dem Umbau auf dem ehemaligen Bahngelände – heute Mediapark – an der Maybachstraße zog das Kölner Filmhaus um und eröffnete 1998 dort sein eigenes Kino.

Die Cinemathek beendete 2001 ihr traditionsreiches Abspiel im Museum Ludwig. Erst seit Ende 2005 werden im dortigen Vortrags- und Kinosaal wieder Filme gezeigt, im Filmforum NRW, einem Zusammenschluss von acht Mitgliedern, u.a. der Filmstiftung NRW, dem WDR, KinoAktiv, dem Produzentenverband NRW und dem Museum Ludwig.


Der große Saal im Ufa-Filmpalast vor der Schließung

Manfred Wegener

In den folgenden Jahren teilen sich die Filmkunstkinos, bzw. ihre Programmacher und Leiterinnen die wenigen Säle, wechseln auch mal das Kino oder übernehmen ein anderes: Nach der Schließung des Broadway-Kinos und des Odeon in der Kölner Südstadt im November 2001 führten die Mitarbeiter (u.a. Angela Wilde und Jürgen Lütz) letzteres in Eigenregie weiter. Das Kino, das lange Zeit nur einen großen Saal hatte, wurde 2008 umgebaut und kann seitdem zwei Säle bespielen.
Christian Schmalz, der vorher ebenfalls im Broadway gearbeitet hatte, machte im „OFF-Broadway Programm und leitet es seit 2002 selbst. Anfang 2010 übernahm er das Weißhaus-Kino von Manfred Kremer als zweite Spielstätte.
Dieter und Martina Bork bespielten ihr erstes Kino, die Filmpalette, nach der Eröffnung ihres zweiten Kinos, dem neuen Cinenova 1996 weiter, bis 2004 Joachim Kühn (vorher Filmhaus-Kino) und Dirk Steinkühler das kleine Kino übernehmen. Inzwischen ist auch dort ein zweiter kleiner Saal entstanden. 

Letzte Vorstellungen


Der neu gestaltete große Saal im Residenz /Astor Film Lounge

2005 fiel im Residenz der Vorhang, lange Zeit bespielte Oliver Pocher das ehemalige Kino. Nach einem umfangreichen Umbau eröffnete das Residenz im Frühjahr 2012 wieder als Kino. Die Astor-Filmlounge  bietet Filme in luxuriöser Umgebung mit Service am Platz und hohem Sitzkomfort.

Die letzte Schließung betraf Ende März 2010 den Filmpalast am Ring mit 13 Sälen. Geschlossen wurde das Kino übrigens nicht wegen fehlender Besucherzahlen, die waren bis zuletzt gut, trotz abgeschabter Sitze und mangelnder Technik.

Nach sechs Jahren Leerstand werden hier seit November 2016 wieder Filme gezeigt: im umgebauten Cineplex Filmpalast. Der neue Betreiber Helmut Brunotte/ Cineplex-Gruppe hat das Haus aufwändig umgebaut und mit neuester Digitaltechnik ausgestattet. Acht Säle bieten rund 1.400 Plätze.

Der Ist-Zustand

Heute existieren auf der ehemaligen Kinomeile Köln wieder drei Kinos: neben dem Residenz, Astor Film Lounge das Rex am Ring, eine Adresse, an der seit 1928 Kino gemacht wird  – und schon 1929 die ersten Tonfilme liefen sowie der Cineplex Filmpalast, auch das eine traditionsreiche Kinoadresse seit 1931.
In der Nähe bietet der Cinedom am Mediapark 14 Säle.

Die Filmkunstkinos der Stadt verteilen sich vom Odeon in der Südstadt über das OFF-Broadway an der Zülpicher Straße bis zur Filmpalette in der Lübecker Straße.
Das Metropolis in der Nähe des Ebertplatzes zeigt vorwiegend Filme in Originalversion sowie Kinderfilme, Cinenova in Ehrenfeld und Weisshaus Kino in Sülz stehen für Filmkunstkinos mit Stadtteilanbindung.
Die ehemalige Lupe 2 auf dem Mauritiussteinweg wurde 2015 zum Turistarama, das Kino 813 in der BRÜCKE /Kölnischen Kunstverein bietet vor allem Retrospektiven und Filmhistorisches.
Das Filmforum NRW im Musuem Ludwig beherbergt Programmreihen und Einzelveranstalter, das Autokino in Porz feierte im Sommer 2017 seinen 50. Geburtstag.
Und seit Ende 2017 bieten die Lichtspiele Kalk in den ehemaligen Union Lichtspielen wieder ein Stadtteilkino im Rechtsrheinischen.

Kinos zu Beginn des 21. Jahrhunderts