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Biografie Helmut W. Banz

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Geboren 1942, setzte sich Helmut W. Banz mehr als vierzig Jahre lang für die bundesrepublikanische Kinokultur ein. Als Filmkritiker schrieb er für die Kölnische Rundschau und den Kölner Stadt-Anzeiger, als dieser noch eine der angesehensten Filmseiten im Land hatte.
Die sechziger und siebziger Jahre waren für das deutsche Filmschaffen und die Filmkultur eine prägende Zeit. Banz agierte mittendrin, engagierte sich im studentischen Filmclub der Universität Köln und gründete in den siebziger Jahren gemeinsam mit Gerd Berghoff und Alice Goetz die Cinemathek Köln e.V., deren Grundstock eine Filmsammlung war, die beide über die Jahre erworben hatten und die heute zu großen Teilen im Düsseldorfer Filmmuseum weiter existiert.
Er liebte das klassische Hollywood-Kino, die Nouvelle Vague, den Western, war offen für die vergessenen Filmmeister und Aufbrüche im deutschen Film. Als sich die führende Zeitschrift „Filmkritik“ fast nur noch mit der Vergangenheit beschäftigte, gehörte er zu den Autoren einer vielbeachteten Alternative, der Zeitschrift „Filme“.
Nach dem Ende der Cinemathek im Jahre 2001 und dem Tod seines Partners Gerd Berghoff schaute Helmut Banz erneut nach vorn. Er engagierte sich ehrenamtlich im Filmclub 813, brachte dort sein unerschöpfliches Filmwissen ein und schenkte dem Publikum immer wieder großartige Programme. Seine letzte, für den Filmclub 813 konzipierte Reihe mit Cornell-Woolrich-Verfilmungen, konnte er nicht mehr erleben. Er gab ihr den Titel: „First you dream then you die.“
Am 15. März 2012 ist Helmut W. Banz in Köln nach langer Krankheit seinem Krebsleiden erlegen.