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Biografie René Deltgen

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René Deltgen, geboren am 30. April 1909 in Esch-sur-Alzette, Luxemburg, besucht nach dem Abitur im Jahre 1927 die Schauspielschule in Köln. 1929 wechselt er als Schauspielschüler zu den Städtischen Bühnen Köln, wo er zwei Jahre später sein Bühnendebüt gibt. 1934/35 ist er an den Städtischen Bühnen Frankfurt am Main zu sehen; von 1936 bis 1944 überwiegend an Berliner Theatern.
Sein Filmdebüt gibt Deltgen 1935 und wird zum Star in Action- und Abenteuerfilmen. Die Bandbreite seiner Rollen reicht vom skrupellosen Abenteurer bis zum charmanten Liebhaber.
Während des Dritten Reichs rühmen die Nazis Deltgen als positives Beispiel für einen ins „Reich“ integrierten Luxemburger. U.a. steht sein Name im März 1941 unter einem Aufruf an die luxemburgische Jugend, der sie zum Eintritt in die Hitler-Jugend animieren soll. Durch diese Formen der Kollaboration wird Deltgen 1945 in Luxemburg wegen Landesverrat angeklagt. Er wird zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren und einem hohen Bußgeld verurteilt. Schon nach kurzer Zeit wird Deltgen vorzeitig entlassen. 1952 erhält er seine Staatsangehörigkeit zurück. Die Prozessunterlagen sind bis heute unauffindbar; zu seinen nationalsozialistisch geprägten Filmen und Rollen hat er sich nie öffentlich geäußert.
Nach Kriegsende kann Deltgen seine Karriere als Bühnenschauspieler fortsetzen. 1947 geht er wieder zu den Städtischen Bühnen Köln und wird dort bis zu seiner letzten Premiere im Juni 1970 zu einer der wesentlichen Stützen des Ensembles. Ab 1949 ist René Deltgen dann auch wieder im Filmgeschäft tätig. Für seine Rolle als sowjetischer Geheimdienstoffizier in „Weg ohne Umkehr“ (1953) wird er als „Bester Hauptdarsteller“ mit dem Deutschen Filmpreis (Filmband in Gold) ausgezeichnet. Mit Beginn der 1960er-Jahre verlagert Deltgen sein Schaffen vornehmlich auf den Hörfunk- und Fernsehbereich. Eine seiner letzten großen Rollen ist 1978 die des Großvaters in der TV-Serie „Heidi“. Im gleichen Jahr erhält er erneut ein Filmband in Gold, diesmal für sein „langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film“.
Am 29. Januar 1979 stirbt René Deltgen in Köln. Er wird auf dem Kölner Melatenfriedhof beigesetzt. Im April 1979 wird er postum in „Anerkennung seiner langjährigen verdienstvollen künstlerischen Tätigkeit“ zum Ehrenmitglied der Bühnen der Stadt Köln ernannt.