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Titel:

Die Quereinsteigerinnen

Land Jahr:Deutschland 2005
Länge:81 min


Regie:Knepperges, Rainer
 Mrasek, Christian
Kamera:Raimann, Matthias
Schnitt:Vakil, Kawe
Ausstattung:Wegner, Elena
  
Darsteller:Basrawi, Claudia
 Knepperges, Rainer
 Lemke, Klaus
 Mentrup, Mario
 Proll, Nina
Produzent:Knepperges, Rainer
 Mrasek, Christian


Inhalt


Eher zufällig entführen die zwei Freundinnen Barbara und Katja den Manager einer Telefongesellschaft. In dem Ferienhaus einer Tante auf dem Land angekommen formulieren sie zusammen mit einem Freund die Forderung: die gelben Telefonzellen sollen wieder aufgestellt werden. Mithilfe von Schlaftabeltten im Kaffee und einer Bratpfanne als Waffe halten sie den Mann in Schach. Dann beginnt die Zeit des Wartens, in der sie es sich alle zusammen recht gemütlich machen. Der halbherzige, in Slapstick-Manier gespielte Fluchtversuch des Managers missling. Zurück im rustikal eingerichteten Ferienhaus spielen sie zusammen Malefiz, lesen und wischen Staub. Und schließlich veschwinden sie alle vier durch den Wald...

Zwischen Kiel und Sauerland
Rainer Knepperges und Christian Mrasek haben 2005 ihren ersten Langfilm zusammen gedreht: "Die Quereinsteigerinnen" selbst produziert, gefördert durch die kulturelle Filmförderung Schleswig Holstein, die Filmstiftung NRW und die FFA. Kein Kölnfilm, aber ein Film, der durchaus in der Tradition der „Kölner-Gruppe“ steht.
Eine Entführungsgeschichte der ganz besonderen Art, aberwitzig, unrealistisch und komisch. Entführt wird ein Manager, die Forderung: die gelben Telefonzellen müssen wieder installiert werden. Die Geschichte startet in Kiel, um dann sehr schnell den Ort zu wechseln: eine bewaldete Hügellandschaft mit kleinen Dörfern, verschlafenem Bahnhof und einem Ferienhaus, das voller 70er Jahre Rustikal-Ambiente steckt, inklusive der Kleider, die die Entführerinnen Katja und Barbara wie bei einer Modenschau ausprobieren. (Gedreht wurde in Brillon, Sauerland.)
„Es geht darum, dass sie ihre Geisel austauschen möchten gegen die Zusage der Telekom, wieder die gelben Telefonzellen anstelle der benutzerfeindlichen rosa Apparatesäulen aufzustellen... Wenn die Freundinnen den arroganten Manager anfangs in die Hütte bringen, wirkt das trockene Understatement noch selbstgefällig, doch dann zieht einen die Lust an den absurden Situationen, etwa eine scheiternde Flucht in lässiger Slapstick-Manier, in den Film hinein.“ (Claudia Lenssen, epd 8/2006)

Eine Frage des Ausdrucks

Wie in vielen Filmen der Kölner Gruppe spielen Sprachwitz und lakonische Untertreibung eine wichtige Rolle. So beispielsweise, wenn die Entführerinnen mit ihrem Freund darüber diskutieren, ob sie im Bekennerschreiben „Sehr geehrte Telekom“ oder besser „Liebe Telekom“ schreiben sollen.
Regisseur Klaus Lemke hat einen überzeugenden Auftritt als Unterhändler der Telekom, cool mit Sonnenbrille, weißem T-Shirt und Jacket taucht er im Dorf auf und droht mit pathetischer Geste. Schließlich verschwinden Entführer und Geisel gemeinsam durch den Wald, in lässigem Schritt wie bei einem entspannten Sonntagsausflug.
Die Quereinsteigerinnen