Uncivilized
Deutschland 2024
Serie: Uncivilzed
Credits
Inhalt
Von 9/11 über Hanau bis zum Ukrtainekrieg: In fünf Spielfilmepisoden zeigt die Serie „Uncivilized“ von Bilal Bahadir welche Auswirkungen folgenschwere Ereignisse auf den Alltag von postmigrantischen Menschen haben.
In der ersten Folge „Hanau“ will eine Gruppe junger Männer auf dem Kölner Ring, der Partymeile der Stadt, den Ausbildungsabschluss eines Freundes feiern. Sie scheitern an den Türstehern des Clubs, auch in einer Shisha-Bar haben sie keine Chance. Beim Versuch, den Abend noch zu retten, komtm es zu einer Verkettung widriger Umstände – ein vergessener Autoschlüssel, kein Geld, kein Handy – die Situation eskaliert…
In der Folge „Charlie Hebdo“ gerät Kunststudent Kenan zwischen die Seiten. Während einer Vernsisage planen seine Mitstudent*innen eine Solidaritätsaktion für die Opfer des Anschlag auf die Redaktion Charlie Hebdo, während seine beiden muslimischen Freunde mit Befremden auf die Karikatur des Propheten in der Ausstellung reagieren und ihn beharrlich nach seiner eigenen Meinung fragen…
Karla hat sich angeboten, eine Geflüchtette aus der Uklraine aufzunehmen, dann aber wird ihr ein junger Syrer zugewiesen. Sie versucht sich herauszureden und einen Rückzieher zu machen, doch ihre Gründe können die Vorbehalte gegen den muslimischen Mann nicht verbergen.
Die Folge „Ukraine“ greift dabei auf, was nach dem 24.2.2022 in manchen Medien mehr oder weniegr deultich formuleirt wurde: Menschen aus der Ukraine, die in Deutschland Schutz suchten, wurden von da zum Teil als "zivilisierte" Geflüchtete bezeichnet. Der Hashtag #Uncivilized ging viral. Mit diesem Hashtag wurde die unterschiedliche Bewertung von geflüchteten Menschen aus verschiedenen Ländern kritisiert.
„Mein Blick richtet sich auf jene, die die unmittelbaren Auswirkungen öffentlicher Debatten und der Medienberichterstattung im Alltag zu spüren bekommen“ (Bilal Bahadir)
Regisseur Bilal Bahadir , ein Abolvent der KHM (Kunsthochschule für Medien in Köln), zur Entstehung des Filmprjekts: „Alltagsrassismus ist ein Teil meines Lebens, den ich nicht ausblenden kann. Die Serie erzählt auf niedrigschwellige Weise eine unbequeme Realität, die ich nur zu gut aus meinem eigenen Alltag kenne. „Uncivilized“ soll diese Vielschichtigkeit und Ambivalenz in den Geschichten bewahren und bewusst auf eindimensionale Darstellungen und Klischees verzichten. Ich glaube, dass das Publikum sich so unvoreingenommen und mitfühlend mit den Protagonist*innen auseinandersetzen kann, und hoffe, dass die Serie einen Raum für Empathie und Verständnis öffnet – jenseits von gängigen Stereotypen oder simplen Zuschreibungen.“
Drehorte in Köln waren u.a. der Ring, der Kunsthafen im Rhenania, die KHM.
In der sechsten Folge „Ihre Story, meine Realität“ stehen drei längere Interviews im Zentrum: die Journalistin Alena Jabarine, Karim Fereidooni, Professor für Didaktik der sozialwissenschaftlichen Bildung an der Ruhr-Universität Bochum und der Journalist Emran Feroz berichten von eigenen Rassismus-Erfahrungen und analysieren die Auswirkungen von rassistischer Berichtertstattung im Alltag.
Die Serie erhielt zahlreiche Auszeichnungen.