„Immer wenn die regenschwarze Schlucht der Hohe Straße einmal ich hoch und runter gelaufen war...“
Jürgen Beckers Text "Felder" über das legendäre Eiscafé Campi bildet den literarischen...
Er war einer der Großen des Jazz: der Saxophonist Charlie Mariano. In Boston als Kind italienischer Einwanderer geboren, spielte er als junger Mann mit Charlie Parker und Dizzy Gillespie in den USA zusammen. In den 1970er-Jahren kam er nach Europa - und beeinflusste den europäischen Jazz ebenso wie er Generationen von Musikern inspirierte. Im Juni 2009 starb er im Alter von 85 Jahren.
Die letzten 20 Jahre seines Lebens lebte er in Köln. Der Film von Axel Engstfeld begleitet ihn in seinem letzten Jahr. Neben Konzerten im Kölner Stadtgarten steht sein letztes großes Konzert im Theaterhaus Stuttgart zu seinem 85. Geburtstag im Mittelpunkt. Gemeinsam mit Wegbegleitern, die ihre Gage für den schwerkranken Mariano spendeten, stand er noch einmal auf der Bühne. Es ist einer der intensivsten emotionalen und musikalischen Momente des Films.
Engstfeld gehört zu den renommierten Dokumentarfilmern der internationalen Szene. Für diesen Film hat er die richtige Mischung aus Musik (Schwerpunkt) und Statements von Musikern (u.a. Mike Herting und Matthias Schriefl) gefunden. Er konzentriert sich auf wenige Personen, doch dies verstärkt nur die Intensität des Films.
„Charlie Mariano – Last Visit“ ist eine Hommage an einen Weltmusiker. Der Film zeigt ihn so, wie er seinen Freunden und Fans in Erinnerung bleibt. Eine schwere Krankheit hat ihn die letzten Jahren geplagt, dennoch bleibt er durch und durch positiv und gibt immer wieder Konzerte. Etliche der von seinen Freunden und Kollegen organisierten Benefitz-Konzerte trugen mit dazu bei, seinen Lebensunterhalt in dieser schwierigen Zeit zu sichern. Das war der selbstverständliche und wohlverdiente Dank dafür, dass Mariano sich zeitlebens auch für andere Musiker einsetzte. „Charlie Mariano“ ist ein emotional ergreifender Film, in dem Werte wie Anerkennung und Respekt, Freundschaft und Solidarität ganz selbstverständlich sind.