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Internationales Biograph-Theater

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Hohe Pforte 10, 50676 Köln
Altstadt-Süd, Innenstadt

Eröffnung: 26.05.1906
Schließung: 1914
  Das Biograph-Theater wurde letztmalig im Jahre 1914 in Greven's Adressbuch aufgeführt.


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Anzeige im KStA vom 10.10.1906


Nach den ersten Filmvorführungen im Jahre 1896 ging das neue Medium Film auf Wanderschaft. Es gab noch keine fest etablierten Kinos und die damals noch sensationellen Filmvorführungen fanden als Varieténummern und Jahrmarktattraktionen ihr Publikum. Der Umbruch vom wandernden Kinogewerbe zum ortsfesten Kinounternehmen vollzog sich in Deutschland in den Jahren 1906/07, so auch in Köln. Nun rüstete man zunächst in der Innenstadt, später auch in den Stadtvierteln Wirtshaussäle und ehemalige Ladenlokale zu „Kinematographen-Theatern“ um. Viele dieser frühen Filmtheater existierten nur kurze Zeit. 1906 waren in Greven´s Adreßbuch erstmals zwei Kinos erfasst, die mehrere Jahre in Köln bestanden: Das Internationale Biograph-Theater, das sich auch Biograph-Theater nannte, und der Welt-Kinematograph in der Schildergasse 72-74.

Programm

Das Programm des Internationalen Biograph-Theaters war vom Filmangebot des amerikanischen Geschäftspartners, der "American Biograph Co" geprägt, die nicht nur Kamera- und Projektionsgeräte verkaufte, sondern auch selbst Filme herstellte. Dies zeigte sich bereits zur Eröffnung - wie einer Notiz im Stadt-Anzeiger zu entnehmen ist: "Das Internationale Biograph-Theater Hohe Pforte 10, das am vergangenen Samstag eröffnet worden ist, wird heute und die folgenden Tage eine Heldentat des berühmten amerikanischen Detektivs Sir Carter zur Vorführung bringen. Dieses Bild zeigt uns, wie ein Kind von Räubern geraubt wird und der Detektiv es mit einiger Lebensgefahr aus der Räuberverwahrung rettet und seinen Eltern zuführt. Unter anderem wird ein rätselhafter Juwelen-Diebstahl dargestellt. (StA vom 27.5.1906)
Wenige Monate später kündigte eine Anzeige am 10.10.1906 das Programm der laufenden Woche an: "1. Das geraubte Kind. (Rühr. Bild.) 2. Klettern mit Pferden. (Interess. Sportbild.) 3. Das Arbeiterparadies. (Sehr interessant.) 4. Lehmanns Reise nach Rügen. (Sehr abenteuerl. Reise.) 5. Rache d. Bureauvorstehers. (Sehr humorvoll.) 6. Max u. Moritz. (Bubenstreiche 1. Ranges.) 7. Gestörtes Schäferstündch. (Humoristisch.) 8. Der Raub einer Grafentochter."
Das Programm lief täglich von 15-23 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 11-23 Uhr.
Preise: 1. Platz 50 Pfennig, 2. Platz 30 Pfennig und 3. Platz 20 Pfennig. Kinder und Militär 15 Pfennig.

Kinobetreiber

Der Name des Kinos Internationales Biograph-Theater verweist auf die Geschäftsbeziehungen des Schokoladenfabrikanten Ludwig Stollwerck zu der 1896 von W.K.L. Dickson, H.N. Marvin und H. Casler gegründeten „American Mutoscope und Biograph Company“. Im Jahre 1898 wurde die „Deutsche Mutoskop- und Biographgesellschaft“ gegründet, eine gemeinsame Tochtergesellschaft der „American Biograph Co“ und der „D.A.G. Stollwerck & Co“.  Beide Gesellschaften wurden durch die deutsche und amerikanische Flagge im Emblem des Internationalen Biograph-Theaters vertreten.
1908: Constantin Haas (Geschäftsführer)
1909-1912: Louppen & Cie. Biographen-Theater GmbH
1913-1914: Biograph-Theater GmbH

Säle

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Internationales Biograph-Theater



Kinostadtplan


  • Fotos:

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Anzeige im KStA vom 10.10.1906