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Bambi am Ring

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1957 als WoLi (Wochenschau-Lichtspiele) eröffnet, ab 1958 Bambi am Ring, später Kurbel

Ebertplatz 11, 50668 Köln
Neustadt-Nord, Agnesviertel;

Eröffnung: 15.05.1958
Schließung: 1978
 


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Bambi Kino

Privatbesitz: Franz Günther Bläsen


Die ehemalige Kunsthandlung am Ebertplatz wird im Jahre 1956 von ihrem Besitzer Heinz J. Firle zu einem Kino umgebaut. Die Betreiber des Kinos Lichtburg in Bonn-Duisdorf eröffnen das neue Lichtspielhaus am 15.1.1957 als Wo-Li. Tagsüber laufen Wochenschauen, abends Spielfilme.
1958 wird das Wo-Li in Bambi am Ring umbenannt und Edmund Epkens übernimmt das Kino. Im April 1968 feiert das Bambi sein 10-jähriges Jubiläum. Im Programm läuft: „Zur Sache Schätzchen".

Als Kontrast dazu finden im Bambi auch ambitionierte Filmprogramme von freien Filmgruppen statt. So kündigt der Kölner Stadt-Anzeiger am 5. Juni 1971 ein Programm mit italienischen Nachkriegsfilmen an, das zur Auseinandersetzung mit dem Faschismus anregen soll. Zu sehen sind die Filme „Rom, offene Stadt“ von Roberto Rossellini, „Capo“ von Gillo Pontecoro, „Und dennoch leben sie“ von Vittorio DeSica sowie „Die vier Tage von Neapel“ von Nanni Loy. Auch die Gruppe XSCREEN zeigt hier Anfang der 1970er-Jahre Programm.
Nachdem der Besitzer Edmund Epkens 1972 auch das Burgtheater nebenan übernommen hat, erhält das Bambi für einige Jahre den Namen Die Kurbel und läuft bis zu seiner Schließung als sog. Familienkino.

Architektur

„Der Zuschauerraum hat Wandbespannungen aus grünblauen gerafften Stoffbahnen (Dekorationen Schmalzgräber & Driesen), dreiarmige Messingleuchten, einen rostroten Bühnenvorhang und eine mit weißen Rigipsplatten verkleidete Flachdecke. Die Bestuhlung ist aus hellem Nußbaum-Holz (Firma Carl Stüssel, Bösingfeld).“ (Der neue Film, 27/1957)
Anfang der sechziger Jahre ist der Kinosaal mit einem Mittelgang ausgestattet, der mit rotem Sisalteppich belegt ist.

Programm

Das Bambi wird wie das WoLi zuvor als Wochenschaukino geführt, d.h. tagsüber laufen Wochenschauen, abends wird ein Spielfilmprogramm geboten.
In den 1970er-Jahren zeigt das Bambi ein anspruchsvolles Filmangebot. Dazu schreibt der Filmkritiker Heiko R. Blum im Kinobuch 1974/75: „1970 waren das Bambi-Studio (damals 184 Plätze) und die „Cinemathek e.V.“ die einzigen Stellen, die Filme zu Programmen ordneten und sich auch schwieriger, für kommerzielle Häuser unrentabler Filme annahmen. Überraschende Außenseitererfolge mit Filmen wie Pontecorvos „Schlacht um Algier“, Kastles „Honeymoon Killers“, Premingers „Scidoo“ machten seinerzeit das Bambi auch für Verleiher interessant. Erfolgreich waren auch Programmreihen mit Science-Fiction-Filmen, französischen Kriminalfilmen und einer Gegenüberstellung von amerikanischen und italienischen Western. Reihen mit Filmen von Hitchcock, Hawks, Ford, Fuller, Ken Russell und Otto Preminger sowie eine halbjährige Jerry-Lewis-Filmschau und regelmäßige Veranstaltungen mit Filmen in Originalfassung, wie sie sonst nur in der Cinemathek zu sehen waren, wirkten sich auch auf die wirtschaftliche Lage des Unternehmens aus.“

Kinobetreiber

Betreiber: Josef Kratsch, Dr. Hans Leinen
Ab 1958 übernimmt Edmund Epkens das Kino. Inhaberin ist seine Frau Liselotte Epkens, sein Sohn Wolf-Dieter Epkens wird Theaterleiter.

Säle

1

Sitzplätze

184

Technik

1957: Breitwand, Klangfilm-Tonanlage (Der neue Film 27/1957)
1958: Zeiss-Ikon-Tonanlage (Domimar L mit Ikovox A-Lautsprecherkombination)(Der neue Film 60/1958)


Kino auf dem Kinostadtplan anzeigen
Bambi am Ring



Kinostadtplan


  • Weitere Kinonamen
Wo-Li (Wochenschau-Lichtspiele)



  • Fotos:

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Bambi Kino


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Bambi Saal