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Cinemathek

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ab 1971 im ehemaligen Wallraf-Richartz-Museum, ab 1986 im Museum Ludwig

Bischofsgartenstraße 1, 50667 Köln
Altstadt-Nord

Eröffnung: 1971
Schließung: 2001
 

Während in den siebziger Jahren des 20.Jh. in vielen Städten die Idee eines subventionierten kommunalen Kinos in die Praxis umgesetzt wurde, um mit Themenreihen und Seminaren solchen Filmen eine Öffentlicheit zu geben, die in den kommerziellen Kinos keinen Platz fanden, scheiterte diese Idee in Köln am Widerstand der gewerblichen Kinos. Sie sahen in einem städtischen Kino eine ernsthafte Konkurrenz. Die Stadt Köln ließ sich 1971 auf einen Kompromiss mit den örtlichen Filmtheatern ein, verzichtete auf ein kommunales Kino und unterstützte fortan die bereits seit 1970 im Wallraf-Richartz-Museum bestehende Cinemathek e.V..
Im Herbst 1986 hat die Cinemathek neue Räume im Museum Ludwig bezogen. Die neue Vorführstätte bot nicht nur bessere vorführtechnische Bedingungen, sondern auch bei gleicher Platzzahl eine verbesserte Akustik und Bildqualität.  Ende 2001 lief der Vertrag für die Räumlichkeiten aus und das Kino wurde endgültig geschlossen. Auch der Cinemathek e.V. besteht nicht mehr.

Programm

Seit 1971 zeigte die Cinemathek-Gruppe regelmäßig an allen Wochenenden Filme im Wallraf-Richartz-Museum, 1973 kam als Spieltag der Dienstag dazu. Seit 1977 wurde die komplette Woche bespielt. Die Filme liefen ohne jedes Vorprogramm wie Trailer oder Werbung. Das Programm wurde von September bis Juli des darauffolgenden Jahres geplant. Zwischen den Spielzeiten lief ein Ferienprogramm. Pro Spielzeit fanden rund 600 Veranstaltungen mit 400 verschiendenen Filmen statt.
Das Programm gliederte sich in sechs Kategorien: Filmgeschichte, Monographien/Werkschauen, Genres, Themen, Auswahlprogramme/Festivals und Erstaufführungen.

Dazu Gert Berghoff im Jahre 1989 im Gespräch mit Andreas Büchel:"Wir verstehen uns als "Filmmuseum", d.h. als einen Ort, der am ehesten einer Bibliothek vergleichbar ist. Wir bieten den potentiellen Museumsbesuchern pro Jahr das Gesamtspektrum Film ohne pädagogische oder interpretative Form. Und darin sind wir vergleichbar den Vorführungen in (...) Spielstätten, die das Medium Film als eine zwar künstlerisch definierte Sache ansehen, sich aber der Geschichte des Mediums ebenso verpflichtet fühlen wie der aktuellen Entwicklung, die aber auch versuchen, in dieses schier unübersehbare Areal Film Gliederungen und Strukturen einzubringen, die die Annäherung der Öffentlichkeit, die sich nicht von innen her damit beschäftigt, erleichtern."

Ein Drittel der Filme wurde ausschließlich in der Cinemathek gezeigt, etwa 10% wurden aus dem aktuellen Filmangebot der Verleiher ausgewählt und in der Originalfassung vorgestellt. Diese und Repertoire-Filme machten ungefähr 20% des Programm aus. Grundstock und Basis des filmhistorischen Programms war eine immense Filmsammlung, die Gert Berghoff und Helmut W. Banz über die Jahre erworben hatten.
Veranstaltungen wurden auch in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und Trägern, insbesondern mit der Universität Köln und den ausländischen Kulturinstituten in Köln durchgeführt.
Ende der 1990-Jahre näherte sich das Programm dem der Programmkinos immer mehr an, wurden Reihen wie "Die besten Filme des letzten Jahres", Filme, die gerade als Erstaufführung gespielt wurden, zu publikumsträchtigen Angeboten.

Kinobetreiber

Am 12. Dezember 1957 wurde im Kölner Wallraf-Richartz-Museum ein Filmsaal eröffnet. Das Programm wurde fortan von den Freunden des Wallraf-Richartz-Museum und dem Filmclub Köln gestaltet.
1967 war von einigen Filmjournalisten und aktiven  Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft für Filmfragen (AGF) die Cinemathek-Gruppe gegründet worden, die zunächst in unregelmäßigen Abständen im Wallraf-Richartz-Museum der Stadt Köln Filme zeigte, so z.B. eine Ernst-Lubitsch-Retrospektive und eine Woche des jugoslawischen Films, eine Gregory-Markopoulos-Werkschau und ein Porträt des amerikanischen Regisseurs Douglas Sirk.
Im Jahre 1970 entschloss sich die Gruppe, die Cinemathek Köln in das Vereinsregister eintragen zu lassen. Dem Vorstand gehörten zunächst Gert Berghoff, Helmut W. Banz und Alice Görtz an, seit 1975 Gert Berghoff und Helmut W. Banz.

Säle

1 Saal

Sitzplätze

257

Technik

Technische Austattung im Museum Ludwig:
16 mm Lichtton und Magnetton und variable Laufgeschwindigkeit für Stummfilme; auch Zweiband-Projektion
35mm: in allen Formaten mit variabler Laufgeschwindigkeit für Stummfilme, sowie Dolby Stero;
70 mm: Magnetton und Dolby Stereo.


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