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Deulich-Theater (Deutzer Lichtspiele)

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Deutzer Freiheit 67, 50679 Köln
Deutz

Eröffnung: 03.08.1939
Schließung: 02.03.1945
  Beim letzten Bombenangriff auf Köln am 2.3.1945 wurde das Kino zerstört.

An Stelle des früheren Gasthofs "Zum Deutschen Haus" gegenüber der Heribertskirche baute Jean Kautz, der auch die Corso-Lichtspiele in Lindenthal betrieb, 1939 einen Kinoneubau. Das Kino entsprach in architektonischer und technischer Hinsicht den nationalsozialistischen Anforderungen an eine "zeitgemäße" Kinoarchitektur: "Biedere Blumenornamente, tiefgezogene Balkendecken, wuchtige Holzrahmen und -verkleidungen und eine anheimelnde Beleuchtung in Foyer und Zuschauerraum verbreiteten eine Atmosphäre gediegener Gemütlichkeit - wie geschaffen für ´nationale Feierstunden´," beschrieb Anita Post den Neubau. Das 700-Platz Kino wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Architektur

Zwei Jahre benötigte Bauherr Jean Kautz für die Errichtung des Kinos. Einmal "machte ihm der anhaltende Frost einen Strich durch die Rechnung, dann wieder wurden Material und Arbeitskräfte für lebenswichtigere Bauten benötigt", schrieb der Film-Kurier am 16.5.1939 und fuhr fort: "Seit einigen Monaten sind die Kölner Architekten Liesenfeld und Stumpf, die vor zwei Jahren das Skala-Theater Köln, umgestalteten, mit der Fertigstellung beauftragt, und es ist nun Gewähr gegeben, daß alles klappt. Der Bau ist eine reine Holzkonstruktion; etwa 25 Meter von der Straße entfernt liegt der Saal, der 700 Plätze faßt. Das Gefälle beträgt 1:1,20 m, so daß von allen Plätzen eine gute Sicht vorhanden ist. Von links ist der Zugang zum Zuschauerraum, der, bei rundförmiger Anordnung, durchgehende Stuhlreihen hat. Das sogenannte Parkett liegt etwas erhöht und ist durch einen eigenen Eingang zu erreichen. Dem Saal vorgelagert ist eine Empfangshalle, die gleichzeitig als Aufenthaltsraum für wartende Besucher gedacht ist."
Die Straßenfront wurde mit Wandmalereien des Kölner Kunstmalers Schaeffler verziert. Am 30.8.1939 meldete der Film-Kurier die Filmtheatereröffnung.

"Die Fassade des Theaters war schmucklos: Mit zwei vorgezogenen Seitenflügeln und einer zentral plazierten Hakenkreuzfahne weckte sie eher Assoziationen an den wehrhaften Charakter eines Kasernenhofs. Auch die beiden Butzenscheibenlaternen und ein unscheinbarer Schaukasten mit streng geometrisch angeordneten Reklamefotos ließen in diesem Gebäude nicht unbedingt ein Lichtspielhaus vermuten. Das Innere des Kinos war ganz von rustikalen, klobigen Formen bestimmt." Anita Post: ´Kulturstätten im Dritten Reich´ - Kino im Zeichen ´nationaler Feierstunden´ (1933-1945), in: Bruno Fischli, a.a.O., S. 71

Kinobetreiber

Jean Kautz (Sohn von Matthias Josef Kautz, Besitzer der Schauburg); Jean Kautz gehörte auch das Corso auf der Dürener Straße.

Säle

1

Sitzplätze

ca. 700 Plätze (Film-Kurier 16.5.1939 und 30.8.1939)

Technik

Bei der Eröffnung im Jahre 1939 war das Filmtheater "mit den modernsten Apparaturen ausgerüstet (...). Im Rahmen der übrigen technischen Sondereinrichtungen findet man auch eine Schwerhörigenanlage für 22 Sitze." (Film-Kurier vom 30.8.1939)


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Deulich-Theater (Deutzer Lichtspiele)



Kinostadtplan