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Kino für Jedermann

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vorher Kristall-Palast, 1928-1933 Kino für Jedermann, ab 1934 wieder Kristall-Palast

Severinstraße 226, 50678 Köln
Altstadt-Süd

Eröffnung: 20.10.1928
Schließung: 1933
  Das Kino wurde in der letzten Ausgabe des Reichs-Kino-Adressbuches von 1942 noch genannt. Die genaue Schließung im 2. Weltkrieg ist nicht bekannt.

1928 übernahm der Kölner Ingenieur Paul Jockel, der bereits seit 1926 in Köln Kalk ein Kino betrieb,  den Theatersaal Kristall-Palast in der Severinstraße. Bald bekam es den Zusatz Kino für Jedermann 1 und gehörte zu der von ihm geleiteten Kino für Jedermann GmbH
Das Konzept war, in den von Rezession und Arbeitslosigkeit geprägten späten Zwanziger Jahren ein preiswertes Kinoangebot zu schaffen. Entsprechend schlicht war die Einrichtung - kein Filmpalast, sondern ein einfacher Saal, ohne aufwändige Innenaussattung. Die Kino-Orgel zählte damals zu den größten in Deutschland und war das Prunkstück des Saals.

Paul Jockel betrieb in Düsseldorf zwei Kinos. In Köln gehörten zeitweise 12 Kinos zu seiner Gesellschaft, darunter mehrere als  Jedermann-Kinos bekannte u.a. in der Weidengasse (Kino für Jedermann 2) und in Nippes (Kino für Jedermann 3). Das brachte ihm damals den Namen „Kinokönig von Köln“ ein. Sechs Kinos stattete er mit Kino-Orgeln aus, für ein lokales Unternehmen seiner Größe war das eher ungewöhnlich.
1934 jedoch musste er Konkurs anmelden, die meisten Jedermann-Kinos verschwanden, bzw. wurden unter anderem Namen weitergeführt.
Zu den Hintergründen des Niedergangs vom „Kino-Imperium“ Jockel gibt es unterschiedliche Erklärungen: möglicherweise hat er in den Wektwirtschaftskrise Geld verloren und zu schnell expandiert.

Architektur

Das Gebäude  an der Severinstraße wurde bereits in den 1920er Jahren als Theatersaal genutzt, es war als Victoria-Theater bekannt. 1928 übernahm Paul Jockel den Raum, der zuvor ein halbes Jahr lang leer stand. Erste Umbaumaßnahmen wurden durch den Architekten Liesenfeld ausgeführt. Im Foyer gab es neben der Garderobe ein Büfett sowie in einem Nebensaal noch ein Restaurant.
Die Kölnische Zeitung vom 20.10.1928 berichtet: „Der große in mattem Grün gehaltene Saal enthält 750 Sitzplätze. Auch dieses Lichtspieltheater hat neben dem Orchester die neue Kino-Orgel.“
Im Zuge von weiteren Umbaumaßnahmen 1930 schuf der Kölner Architekt Robert Stern im Innern einen Saal mit 1000 Sitzplätzen, ohne Balkone und Ränge.

Programm

Eröffnet wurde das Kino mit dem Film „Panzerkreuzer Potemkin“ von Sergei Eisenstein.

Kinobetreiber

Ab 1928  übernahm Paul Jockel den Kristallpalast und baute ihn zum "Kino für Jedermann" (Nr.1) um.
Das Reichskino-Adressbuch führt für die Jahre 1933 und 1934 Waterkamp und Jockel als Inhaber auf (auch für die Kinos für Jedermann Weidengasse 34 und Neußer Straße 264); in Greven´s Adressbuch ist bis 1933 die Kino für Jedermann GmbH genannt.
Julius Tiedje erwarb 1934 das Gebäude und führte das Kino fort unter dem Namen Kristall-Palast. (Wolfram Hagspspiel, Köln und seine jüdischen Architekten, Köln 2010, S. 393/Im Reichskino-Adressbuch taucht dieser Name von 1937-1942 auf).
In Greven´s Adressbuch ist 1934 und 1935 der Firmenname Frajer & co. GmbH., Kinounternehmen, Severinstraße 226 eingetragen. Unter dem Gewerbe "Lichtbildbühne": Frajer & Co. mbH, Severinstr. 226; es wird 1935 allerdings auch eine zweite Firma aufgeführt: Kino-Vertriebs-GmbH, Severinstr. 228
1936 wird Frajer & Co. mbH für die Severinstraße 226 nicht mehr genannt, Büro ist jetzt: Severinstraße 216, und nur die Kinos Weidengasse 34 und Neußer Straße 264 tauchen dazu noch auf. Dafür wird jetzt erstmals die Victoria Haus-Verwaltungs-Ges.mbH, Severinstraße 22/228 genannt, die von Julius Tiedge geführt wird. Offensichtlich hat es einen Wechsel von der Frajer & Co. GmbH zu Tiedge gegeben.

Säle

1

Sitzplätze

1928: 750
1930: 1000


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Kino für Jedermann



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  • Weitere Kinonamen
Kristall-Palast