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Welt-Kinematograph

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Schildergasse 72-74, 50667 Köln
Altstadt-Nord, Innenstadt

Eröffnung: 28.04.1906
Schließung: 1910
  Im Jahre 1910 wurde der Welt-Kinematograph letztmalig in Greven's Adressbuch erwähnt.

Der Welt-Kinematograph auf der Schildergasse war das erste ortsfeste Kinos in Köln, das auch über einen längeren Zeitraum existierte.
Im Jahre 1909 schildert der Filmkritiker E. Tadsen in der Fachzeitschrift „Der Kinematograph“ von seinen Eindrücken bei einem Besuch des Kinos:

„Der nächste Besuch galt dem ältesten Institut dieser Branche. Dem Welt-Kinematograph in der Schildergasse, eine Filiale der G. m. b. H. in Freiburg Br. Auch dieses Theater ist gut eingerichtet und der Aufenthalt in demselben nur angenehm. Unbegreiflich ist es, warum die am Eingänge befindliche sehr gut wirkende Malerei mit marktschreierischen Plakaten überklebt ist. Reklame ist wohl sehr gut, jedoch in dieser Weise ist sie ebenso unsinnig wie unverständig und überflüssig. Die Vorführung der Bilder war nahezu grossartig zu nennen, tadellos ruhig, mit einer dem Auge nur wohltuenden angenehmen Beleuchtung; denn das Licht darf auch nicht zu grell sein, wie fälschlich von vielen Vorführern angenommen wird. Hierbei will ich nicht unterlassen, zu bemerken, wie sehr es auf den Vorführer und nicht immer auf den Apparat ankommt. Ich hatte vor einigen Monaten Gelegenheit, in einer süddeutschen Stadt ein Kinotheater zu besuchen, dort war die Vorführung nahezu schauderhaft, trotzdem auch hier der Apparat gleichen Fabrikats zur Anwendung kommt.“

Die Welt-Kinematograph GmbH betrieb bis zu 15 Kinematographen-Theater in Deutschland und der Schweiz. Ab dem Jahre 1908 wandten sich die Freiburger Pioniere der Filmproduktion zu und verkauften ihre Kino-Filialen nach und nach an andere Betreiber. Der Welt-Kinematograph in Köln wird 1910 letztmalig in Greven´s Adreßbuch genannt. In Köln scheint es zumindest keinen Nachfolger gegeben zu haben.


Programm

In einer der ersten Kinoanzeigen führt das Kinematographen-Theater den etwas hochtrabenden Namenszusatz „Belehrendes Institut!“ Das angekündigte Programm entsprach dem damaligen Genremix:
„1. Schätze des Meeres. Äußerst lehrreicher und interessanter Film in 17 Bildern (Sardinenfang)
2. Der zerstreute Stiefelputzer. Höchst originell und komisch.
3. Ein Riesenbrand in Amerika. Hochinteressanter Film in 10 Bildern.
4. In der Konditorei. Zum Totlachen
5. Neu-Seeland. Eine höchst interessante Bilderserie dieses Weltteiles.
6. Unter dem Pantoffel. Sehr komisch“

Die Vorführungen fanden täglich „ununterbrochen“ statt. Wenn das Programm begonnen hatte, war man berechtigt, ohne Nachzahlung auch der nächsten Vorstellung beizuwohnen. Der Welt-Kinematograph war damit eines der ersten „Non-Stop-Kins“. Das Programm wechselte wöchentlich.
Der Eintritt kostete 50 Pfenning (1. Platz), 40 Pfennig für Kinder, 5 Mark für 12 Karten.

Kinobetreiber

Betreiber war die Weltkinematograph GmbH in Freiburg i.Br., die im April 1906 auch in München und im gleichen Jahr in Düsseldorf, Freiburg und Nürnberg Zweigniederlassungen eröffnete.

Säle

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Welt-Kinematograph



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