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Britische Filme aus Köln: A School in Cologne

Am 21. Juni 1945 übernahm die britische Armee von den US-Truppen die Verwaltung der neuen Nord-Rheinprovinz, zu der auch Köln gehörte. Der Wiederaufbau der Stadt begann. Erste Straßenbahnen fuhren wieder zwischen Weidenpesch und Nippes, Büchereien wurden geöffnet und Schulen nahmen ihren Betrieb wieder auf.

Mehr als die Hälfte der Kölner Schulen war im Krieg zerstört worden. Als am 23. Juli 1945 im linksrheinischen und ab dem 20. August 1945 im rechtsheinischen Köln die Schulen ihre Türen öffneten, waren die wenigen intakten Klassenräume bald überfüllt.


A School in Cologne, 1948

FilmInitiativ Köln

Im Zuge der „Re-education“, der politischen „Umerziehung“ der Deutschen zur Überwindung ihrer faschistischen Gesinnung, nahm die demokratische Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen durch die Alliierten einen besonderen Stellenwert ein. Zwischen Schulen in Birmingham und vier Kölner Schulen, u.a. der Königin-Luise-Schule und der Volksschule Machabäerstraße in Köln existierte beispielsweise bis Oktober 1947 regelmäßiger Briefkontakt. Die Schuldezernenten beider Städte planten, einen Kurzfilm über Kölner Schulen in Birmingham zu zeigen. Es ist zu vermuten, dass es sich dabei um den Film "A School in Cologne" handelte.

Mit der Ernennung des bekannten britischen Dokumentarfilmregisseurs Arthur Elton zum „Film Adviser“ bei der britischen „Information Services Control Group“, die die Filmpolitik in der britischen Zone bestimmte, wurden die Arbeiten im Dokumentarfilmbereich intensiviert. "A school in Cologne", 1947 von einem deutschen und englischen Team gedreht, sollte in englischen Kinos gezeigt werden, um für Spenden für den Aufbau des Schulsystems in Deutschland zu werben.


Dreharbeiten zu "A school in Cologne"

FilmInitiativ Köln

Die Aufnahmen zeigen Klassenzimmer, in denen der Stuck von der Decke hängt, statt Fenster klaffen offene Lücken in den Wänden. In den überfüllten Klassenräumen sieht man ältliche, ermüdete Lehrer und dürftig gekleidete Kinder. Es gibt kaum Bücher und Schulmaterial. Der Kommentar verstärkt noch den Eindruck des Mangels: die Kinder haben keine winterfeste Bleibe, keine Kohlen, kaum zu essen, die Väter sind tot oder in Gefangenschaft und die Mütter ausgelaugt.

Ein britischer Rezensent schrieb am 1.10.1948 in „The Manchester Guardian“: „Der Film zeigt auf, dass die Schule in den kriegszerstörten Städten die einzige Schranke zwischen den Kindern und einem Leben der Barbarei ist…“

Leider wissen wir nicht, ob der Film in Großbritannien tatsächlich gezeigt wurde und Spenden für Kölner Schulen gesammelt wurden.